Veröffentlicht am Mai 15, 2024

Die Rentabilität eines öffentlichen Ladeparks hängt weniger vom Strompreis ab, sondern von der strategischen Qualität des Standorts und der Vermeidung massiver Kostenfallen.

  • Ein Standort nahe einer Autobahn mit hoher Verweildauer ist profitabler als viele Ladepunkte an einem schlechten Ort.
  • Versteckte Kosten wie ein Mittelspannungsanschluss (Trafostation) können die Marge vollständig aufzehren, wenn sie nicht von Anfang an einkalkuliert werden.
  • Zusätzliche Erlösströme, insbesondere die optimierte Vermarktung der THG-Quote, sind ein entscheidender Hebel für die Gesamtrentabilität.

Empfehlung: Führen Sie eine detaillierte Standort- und Kostenanalyse durch, bevor Sie die Anzahl der Ladepunkte festlegen. Denken Sie wie ein Betreiber, nicht nur wie ein Grundstückseigentümer.

Die Idee klingt verlockend: Sie besitzen ein Grundstück in guter Lage – vielleicht als Autohaus, Hotel oder Supermarkt – und sehen die wachsende Flotte an Elektroautos. Warum also nicht einfach ein paar Ladesäulen aufstellen und das ungenutzte Parkplatzpotenzial in eine neue Einnahmequelle verwandeln? Viele Anbieter versprechen eine schnelle und einfache Umsetzung. Doch als Consultant, der die echten Margen im Ladegeschäft kennt, kann ich Ihnen sagen: Der Weg zur Profitabilität ist selten so geradlinig.

Die gängige Annahme, dass mehr Ladesäulen automatisch mehr Gewinn bedeuten, ist eine gefährliche Vereinfachung. Sie übersieht die entscheidenden Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg Ihrer Investition entscheiden. Es geht nicht nur darum, Strom zu verkaufen. Es geht darum, ein Ökosystem zu schaffen, das für E-Autofahrer attraktiv ist und für Sie als Betreiber rentabel bleibt. Dabei lauern erhebliche Kostenfallen, die oft erst nach der Inbetriebnahme sichtbar werden und die Marge empfindlich schmälern können.

Doch was, wenn der Schlüssel zur Rentabilität nicht in der reinen Anzahl der Ladepunkte liegt, sondern in einer strategischeren Herangehensweise? Dieser Artikel bricht mit den oberflächlichen Versprechungen und beleuchtet aus der Perspektive eines erfahrenen Charge Point Operators (CPO) die wirklich entscheidenden Fragen. Wir werden die größten Kostenfallen aufdecken, die wichtigsten Einnahmehebel analysieren und Ihnen eine klare Entscheidungsgrundlage liefern, ob und wie sich ein öffentlicher Ladepark für Ihr Unternehmen tatsächlich lohnt.

In den folgenden Abschnitten analysieren wir die kritischen Faktoren für den profitablen Betrieb eines öffentlichen Ladeparks, von der strategischen Standortwahl über regulatorische Pflichten bis hin zur Minimierung unerwarteter Kosten.

Warum ist die Nähe zur Autobahn wichtiger als die Anzahl der Ladepunkte?

Die erste und wichtigste Regel für einen profitablen Ladepark lautet: Standortqualität schlägt immer die Quantität der Ladepunkte. Ein potenzieller Kunde auf der Durchreise wird nicht zehn Kilometer von der Autobahn abfahren, nur weil Sie zwanzig statt acht Ladepunkte anbieten. Die entscheidenden Faktoren sind die Minimierung des Umwegs und die wahrgenommene Zeitersparnis. Standorte direkt an hochfrequentierten Verkehrsachsen wie Autobahnen oder Bundesstraßen sind daher Gold wert. Sie ziehen den lukrativen Transitverkehr an, der auf schnelle Ladevorgänge (High Power Charging, HPC) angewiesen ist.

Ein weiterer Aspekt ist das Potenzial der Verweildauer. Ein Ladepark neben einem Supermarkt, einem Einkaufszentrum oder einem Hotel ist strategisch wertvoll, da die Kunden die Ladezeit sinnvoll nutzen können. Dies erhöht die Akzeptanz und die Auslastung Ihrer Infrastruktur. Das Erfolgsmodell des EnBW Flagship Ladeparks in Rutesheim an der A8 beweist dieses Prinzip: Mit nur 8 HPC-Ladepunkten an einem strategisch perfekten Knotenpunkt wird eine extrem hohe Auslastung erzielt. Die Sichtbarkeit von der Hauptverkehrsader und eine klare Beschilderung sind dabei ebenso entscheidend wie die reine Erreichbarkeit.

Bevor Sie also in Hardware investieren, muss eine schonungslose Standortanalyse erfolgen. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, die wahren Potenziale Ihres Grundstücks aus der Betreiber-Perspektive zu bewerten.

Ihr Plan zur Standortbewertung: Checkliste für einen profitablen Ladepark

  1. Verkehrsanbindung prüfen: Direkte Nähe zu Autobahnen oder hochfrequentierten Bundesstraßen evaluieren.
  2. Wettbewerbsanalyse durchführen: Bestehende Ladepunkte im Umkreis von 5 km kartieren und deren Auslastung abschätzen.
  3. Verweildauer-Potenzial bewerten: Points of Interest wie Supermärkte, Restaurants oder Hotels in unmittelbarer Nähe identifizieren.
  4. Sichtbarkeit sicherstellen: Prüfen, ob der Standort von den Hauptverkehrsadern aus gut erkennbar ist oder durch Beschilderung gemacht werden kann.
  5. Mikro-Lage optimieren: Ist die Anfahrt ohne komplexe Manöver möglich und die Beschilderung auf dem Gelände eindeutig?

Wie verdienen Sie zusätzlich Geld durch den Verkauf der Treibhausgasminderungsquote?

Neben den direkten Einnahmen aus dem Stromverkauf gibt es einen oft unterschätzten, aber extrem potenten Erlösstrom: die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote). Als Betreiber öffentlicher Ladepunkte können Sie die bereitgestellte Strommenge zertifizieren und die daraus resultierenden THG-Quoten an quotenverpflichtete Unternehmen, wie Mineralölkonzerne, verkaufen. Dies ist kein kleiner Bonus, sondern ein strategischer Hebel zur Steigerung Ihrer Marge.

Der eigentliche Clou liegt in der Art des Stroms, den Sie bereitstellen. Während Sie für Strom aus dem allgemeinen Netz bereits eine Prämie erhalten, wird es besonders lukrativ, wenn Sie Strom aus erneuerbaren Energien direkt vor Ort nutzen. Laut aktuellen Berechnungen erhalten Betreiber bei reinem Ökostrombezug, zum Beispiel aus einer eigenen Photovoltaikanlage, eine deutlich höhere Vergütung. Eine Studie zeigt, dass Sie für Strom aus erneuerbaren Energien eine bis zu 2,62-fache THG-Prämie im Vergleich zu herkömmlichen Annahmen erzielen können. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine eichrechtskonforme Messung, die den erneuerbaren Anteil exakt nachweist, oft mittels eines RLM-Zählers für 15-Minuten-Intervalle.

Die Vermarktung der THG-Quote verwandelt Ihren Ladepark von einem reinen Stromverkäufer in einen aktiven Teilnehmer am Klimaschutzmarkt und schafft eine wertvolle, zusätzliche Einnahmequelle, die Ihre Investition schneller amortisiert.

Abstrakte Darstellung des THG-Quotenhandels mit grünen Energiesymbolen

Diese Grafik symbolisiert den Handel mit THG-Zertifikaten, bei dem die an Ihrem Ladepark abgegebene grüne Energie in handelbare Zertifikate umgewandelt wird. Es ist ein Prozess, der ökologischen Nutzen direkt in finanziellen Ertrag überführt.

Kreditkartenterminal oder Roaming: Welche Bezahlmethode ist ab 2024 Pflicht?

Die Benutzerfreundlichkeit beim Bezahlen ist ein kritischer Erfolgsfaktor für jeden öffentlichen Ladepark. Lange waren Ladekarten und Roaming-Anbieter der Standard, doch die EU hat mit der Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) für mehr Transparenz und einfachere Zugänglichkeit gesorgt. Die wichtigste Neuerung betrifft das Ad-hoc-Laden, also das spontane Laden ohne vorherigen Vertrag. Als Betreiber müssen Sie sich an klare Vorgaben halten, um rechtssicher zu agieren.

Die entscheidende Stichtagsregelung ist in Kraft: Für alle neuen, öffentlich zugänglichen Ladesäulen, die nach dem 13. April 2024 in Betrieb genommen werden, gelten verbindliche Regeln für die Bezahlmethoden. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Ladeleistung:

  • DC-Ladepunkte mit einer Leistung ab 50 kW: Hier ist eine direkte Kartenzahlung Pflicht. Das bedeutet, Sie müssen entweder an jeder Ladesäule ein physisches Terminal für Debit- und Kreditkarten (kontaktlos) installieren oder ein zentrales Bezahlterminal für den gesamten Ladepark bereitstellen.
  • AC-Ladepunkte (unter 50 kW): Für diese Ladepunkte ist die Anforderung weniger streng. Eine dynamische QR-Code-Lösung ist ausreichend. Der Kunde scannt den Code mit seinem Smartphone und wird auf eine Webseite weitergeleitet, auf der er gängige elektronische Zahlungsmittel nutzen kann.

Wichtig ist auch die Preistransparenz: Die Kosten pro Kilowattstunde (€/kWh) müssen vor Beginn des Ladevorgangs klar angezeigt werden. Für Ladepunkte, die vor April 2024 errichtet wurden, gilt ein Bestandsschutz; diese müssen erst bis Ende 2026 nachgerüstet werden. Die Investition in AFIR-konforme Bezahlsysteme ist also keine Option, sondern eine gesetzliche Notwendigkeit für den Betrieb neuer öffentlicher Ladeinfrastruktur.

Die Kostenfalle Trafo-Station: Was kostet der Mittelspannungsanschluss wirklich?

Hier lauert der größte und am häufigsten unterschätzte „Margenkiller“ bei der Planung eines Schnellladeparks: der Netzanschluss. Viele Grundstückseigentümer gehen davon aus, dass der vorhandene Niederspannungsanschluss ausreicht. Doch sobald Sie mehrere HPC-Ladepunkte mit Leistungen von 150 kW, 300 kW oder mehr betreiben wollen, explodiert der Leistungsbedarf. In den meisten Fällen ist dann ein eigener Mittelspannungsanschluss inklusive einer Trafostation unumgänglich. Und dieser Posten kann das gesamte Budget sprengen.

Die Kosten für eine solche Station sind erheblich und werden oft in ersten, oberflächlichen Angeboten vernachlässigt. Während die Ladesäulen selbst nur einen Teil der Investition ausmachen, kann die notwendige Infrastruktur für den Netzanschluss ein Vielfaches kosten. Die Spanne ist enorm und hängt von der benötigten Leistung und den Gegebenheiten vor Ort ab. Grob kann man sagen, dass die Investitionskosten für eine Trafostation stark variieren und zwischen 30.000 € und weit über 150.000 € liegen können. Dies beinhaltet die Station selbst, die Tiefbauarbeiten für die Kabelverlegung und die Anschlussgebühren des Netzbetreibers.

Eine frühzeitige und verbindliche Anfrage beim lokalen Netzbetreiber zur Prüfung der Netzanschlusskapazität ist daher unerlässlich. Ohne diese Klarheit ist jede Rentabilitätsrechnung reine Spekulation. Das folgende Tableau gibt einen Überblick über die typischen Kostenbereiche.

Kostenaufstellung für Trafostationen nach Leistung
Leistungsklasse Kostenbereich Typische Anwendung
100 kVA ab 10.000 € Kleine Ladeparks (meist AC)
500-630 kVA 30.000-70.000 € Mittlere Ladeparks mit einigen DC-Säulen
1000 kVA+ 100.000 € und mehr, in Einzelfällen über 150.000 € Große Schnellladeparks mit mehreren HPC-Punkten

Wann fressen Reparaturkosten die Marge Ihres Ladeparks auf?

Nachdem die Investition getätigt ist, beginnt die operative Phase – und mit ihr ein weiterer potenzieller „Margenkiller“: die Wartungs- und Reparaturkosten. Eine defekte Ladesäule generiert nicht nur keine Einnahmen, sie verursacht auch einen erheblichen Reputationsschaden. E-Autofahrer, die eine nicht funktionierende Säule anfahren, sind frustrierte Kunden, die wahrscheinlich nicht wiederkommen. In der Welt der Lade-Apps verbreiten sich schlechte Bewertungen rasant und können die Auslastung Ihres gesamten Parks negativ beeinflussen.

Die Zuverlässigkeit der Hardware ist daher von zentraler Bedeutung. Billige, minderwertige Ladesäulen mögen in der Anschaffung verlockend sein, entpuppen sich aber oft als Kostenfalle durch häufige Ausfälle. Robuste, wetterfeste Gehäuse und ein gewisser Vandalismusschutz sind keine Luxusausstattung, sondern eine Notwendigkeit für den öffentlichen Raum. Die Konzentration auf Zuverlässigkeit ist ein Kern des Geschäftsmodells erfolgreicher Betreiber. So betont auch die EnBW als größter Schnellladenetzbetreiber in Deutschland ihre langjährige Erfahrung im Betrieb von Infrastrukturlösungen als zentralen Erfolgsfaktor.

Als zweitgrößter Energieversorger mit jahrelanger Erfahrung im Ausbau und Betrieb von Infrastrukturlösungen sind wir heute größter Betreiber von Schnellladeinfrastruktur in Deutschland.

– EnBW, Deutschlands größter Schnellladenetzbetreiber

Eine proaktive Wartungsstrategie ist entscheidend, um die Betriebskosten im Griff zu behalten. Dazu gehören:

  • Service Level Agreements (SLAs): Schließen Sie Wartungsverträge mit garantierten Entstörzeiten (z. B. unter 24 Stunden) ab.
  • Fernwartung: Ein modernes Backend-System, das Fehlerdiagnosen und Neustarts aus der Ferne ermöglicht, reduziert teure Technikereinsätze vor Ort.
  • Versicherungen: Eine Betreiberhaftpflicht- und Elektronikversicherung ist unerlässlich, um sich gegen unvorhergesehene Schäden und Ausfälle abzusichern.
  • Ersatzteilverfügbarkeit: Sichern Sie sich vertraglich eine schnelle Verfügbarkeit von kritischen Ersatzteilen, um lange Ausfallzeiten zu vermeiden.

Wie vergüten Sie Mitarbeitern den Strom, den sie zuhause für den Dienstwagen laden?

Nachdem wir die kommerziellen und technischen Aspekte eines öffentlichen Ladeparks beleuchtet haben, lohnt ein Blick auf einen verwandten Bereich der Elektromobilität im Unternehmen: die Dienstwagenflotte. Wenn Sie Mitarbeitern ein Elektroauto zur Verfügung stellen, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie wird der zuhause geladene Strom fair und steuerkonform vergütet? Hier gibt es zwei gängige und vom Finanzamt anerkannte Methoden.

Die einfachste Methode ist die steuerfreie Pauschalerstattung. Das Bundesfinanzministerium (BMF) legt monatliche Pauschalen fest, die der Arbeitgeber dem Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten kann. Diese Pauschalen unterscheiden sich je nachdem, ob der Mitarbeiter auch beim Arbeitgeber laden kann oder ausschließlich zuhause lädt. Diese Methode ist administrativ sehr schlank, bildet aber nicht immer die tatsächlichen Kosten ab, besonders bei stark schwankenden Strompreisen oder Fahrleistungen.

Die zweite, exaktere Methode ist die spitzgenaue Abrechnung. Voraussetzung dafür ist, dass der Mitarbeiter zuhause eine separate, eichrechtskonforme Wallbox installiert hat. Diese Wallbox muss über einen geeichten Stromzähler (z. B. MID-zertifiziert) verfügen und idealerweise in ein Backend-System integriert sein. So können die für den Dienstwagen geladenen Kilowattstunden exakt erfasst und zum individuell vereinbarten Preis (z. B. basierend auf dem Stromvertrag des Mitarbeiters) erstattet werden. Diese Methode ist transparenter und gerechter, erfordert aber eine höhere Anfangsinvestition in die Ladehardware. Für die private Nutzung des Dienstwagens profitieren Mitarbeiter zudem von der reduzierten 0,25%-Regelung bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils, was Elektro-Dienstwagen besonders attraktiv macht.

Wie nutzen Sie öffentliche Ladesäulen und Arbeitgeber-Strom effizient im Alltag?

Aus der Perspektive eines E-Autofahrers – sei es ein Kunde oder ein eigener Mitarbeiter – ist die Effizienz im Ladealltag von zwei Faktoren abhängig: Verfügbarkeit und Sichtbarkeit. Ein physisch vorhandener Ladepunkt, der in den gängigen Apps nicht gelistet ist, existiert für die meisten Nutzer nicht. Die Investition in Hardware ist also nur die halbe Miete; die digitale Präsenz ist mindestens genauso wichtig, um eine hohe Auslastung zu erzielen. Eine aktuelle Umfrage bestätigt, wie wichtig eine einfache Nutzung für die Akzeptanz ist: Für über 76,7% der Nutzer ist eine einfache und verständliche Bedienung von Ladesäulen ein entscheidendes Kriterium.

Um die Sichtbarkeit Ihres Ladeparks zu maximieren, müssen Sie in den wichtigsten digitalen Kanälen präsent sein. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern erfordert eine kontinuierliche Pflege Ihrer Daten. Ihre Ladeinfrastruktur sollte in folgenden Systemen unbedingt auffindbar sein:

  • Große Lade-Apps und Roaming-Plattformen: Eine Registrierung bei reichweitenstarken Anbietern wie EnBW mobility+, Plugsurfing oder Chargemap ist Pflicht. Diese Plattformen bündeln tausende Ladepunkte und werden von den meisten E-Autofahrern genutzt.
  • Navigationsdienste: Stellen Sie sicher, dass Ihr Ladepark in Google Maps und Apple Maps korrekt mit allen Details (Anzahl der Anschlüsse, Leistung, Öffnungszeiten) verzeichnet ist.
  • Routenplaner für E-Autos: Spezielle Apps wie „A Better Route Planner“ (ABRP) sind für Langstreckenfahrer unerlässlich. Eine Listung hier bringt Ihnen den wichtigen Transitverkehr.
  • Offizielle Verzeichnisse: Halten Sie Ihren Eintrag in der Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur stets aktuell. Dies ist auch eine regulatorische Anforderung.

Ein entscheidender Faktor für die Nutzerzufriedenheit ist zudem die Anzeige der Echtzeitverfügbarkeit. Ein modernes OCPP-fähiges Backend, das den Status jeder Ladesäule (frei, belegt, außer Betrieb) live an die verschiedenen Plattformen meldet, verhindert Frustration bei den Nutzern und steigert das Vertrauen in Ihren Standort.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Profitabilität eines Ladeparks wird durch die strategische Standortwahl bestimmt, nicht durch die bloße Anzahl der Ladepunkte.
  • Versteckte Infrastrukturkosten, insbesondere für eine notwendige Trafostation, sind die größte finanzielle Gefahr und müssen vorab geklärt werden.
  • Aktive Vermarktung der THG-Quote und die Nutzung von Synergien mit Photovoltaik sind entscheidende Hebel zur Maximierung der Rendite.

Welche Wallbox brauchen Sie, um nur mit überschüssigem Sonnenstrom zu laden?

Der Königsweg zur Maximierung der Rentabilität und zur Minimierung der Betriebskosten ist die Kombination Ihres Ladeparks mit einer eigenen Photovoltaikanlage. Das sogenannte PV-Überschussladen ermöglicht es Ihnen, den selbst erzeugten, günstigen Sonnenstrom direkt an Ihre Kunden zu verkaufen, anstatt ihn zu geringen Sätzen ins Netz einzuspeisen. Dies senkt Ihre Strombeschaffungskosten drastisch und steigert Ihre Marge pro geladener Kilowattstunde erheblich.

Praxisbeispiel: Greenflash Ladepark mit PV-Integration

Ein herausragendes Beispiel für ein solches System ist ein von Greenflash realisierter öffentlicher Ladepark. Durch die intelligente Kombination einer PV-Anlage mit 10 DC- und 6 AC-Ladesäulen sowie einer eigenen Trafostation wurde eine beeindruckende Autarkie erreicht. Die Anlage mit einer Gesamtladeleistung von 944 kW erzielt einen Eigenverbrauchsanteil von 84,9%, was die Stromgestehungskosten auf extrem niedrige 8,1 ct/kWh drückt. Dies zeigt das enorme Potenzial der Sektorenkopplung.

Um dies zu realisieren, benötigen Sie mehr als nur eine Standard-Wallbox. Ein intelligentes Energiemanagement-System (EMS) ist das Gehirn Ihrer Anlage. Es misst kontinuierlich die Stromproduktion der PV-Anlage und den Verbrauch im Gebäude. Nur der verbleibende Überschuss wird dynamisch für die Ladesäulen freigegeben. Das EMS sorgt dafür, dass die Ladeleistung der Fahrzeuge automatisch an die verfügbare Sonnenenergie angepasst wird, um teuren Netzbezug zu vermeiden.

Für einen großen Ladepark sind weitere Komponenten entscheidend, um die Effizienz zu steigern. Das folgende Tableau fasst die Schlüsselelemente eines intelligenten Energiesystems zusammen.

Komponenten für einen intelligenten PV-Ladepark
Komponente Funktion Vorteil für Betreiber
EMS-Controller Optimiert Ladeleistung und effiziente Energienutzung Maximierung des Eigenverbrauchs, Reduzierung der Stromkosten
Batteriespeicher Speichert überschüssige Sonnenenergie für Spitzenzeiten oder die Nacht Peak Shaving (Vermeidung von Lastspitzen), Netzstabilität, Laden bei Dunkelheit
Bidirektionales Laden Ermöglicht das Zurückspeisen von Energie aus Fahrzeugbatterien (Vehicle-to-Grid) Zusätzliche Erlösquelle durch Netzdienstleistungen, Stabilisierung des Stromnetzes

Die Investition in eine solche intelligente Infrastruktur ist zwar initial höher, stellt aber die nachhaltigste und profitabelste Form des Ladepark-Betriebs dar.

Um die Rentabilität Ihres spezifischen Standorts fundiert zu bewerten, ist der nächste logische Schritt eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse. Diese sollte alle hier besprochenen Faktoren – von den Anschlusskosten über die Wartung bis hin zu den Erlösen aus der THG-Quote – berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen zum Betrieb von Ladeinfrastruktur

Welche Pauschalen gelten für die steuerfreie Erstattung?

Das BMF-Schreiben legt monatliche Pauschalen fest, die je nach Fahrzeugtyp (BEV/PHEV) und Lademöglichkeit beim Arbeitgeber unterschiedlich sind und steuerfrei vom Arbeitgeber an den Mitarbeiter erstattet werden können.

Ist eine exakte Abrechnung möglich?

Ja, mit einer eichrechtskonformen Wallbox, die über einen MID-zertifizierten Zähler verfügt und an ein Backend-System angebunden ist, kann eine spitzgenaue Abrechnung der geladenen Kilowattstunden erfolgen. Dies ist die transparenteste Methode.

Wie wird der geldwerte Vorteil berechnet?

Für die private Nutzung von rein elektrischen Dienstwagen gilt die reduzierte 0,25%-Regelung bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils, was sie steuerlich sehr attraktiv macht.

Geschrieben von Felix Baumgartner, Mobilitätsberater und Verkehrsplaner für kommunale und betriebliche Elektromobilität. Experte für Ladeinfrastruktur, E-Fuhrparkmanagement und multimodale Verkehrskonzepte.